Der Filterkaffee feiert sein Comeback

Filterkaffee kochen - neuer Trend

Credit: www.coffehousecafe.blogspot.de

Der neueste Kaffee Trend

Wer beim Lieblingsgetränk der Deutschen an “Bier” denkt, sollte tagsüber mal die lustigen Kaffee-Becher zählen, die einem auf der Straße entgegen getragen werden. Oder ihr probiert die vielen verschiedenen Methoden der Kaffee-Zubereitung: Kapselmaschinen, Vollautomaten, Espressokocher, French Press und – jawohl – Filterkaffee.

Der Filterkaffee erlebt nach seiner Entdeckung in den USA nun bei uns ein Comeback – und fließt somit zu seiner Geburtsstätte zurück.

Kaffee-Ketten und Vollautomaten? Voll out!

Sie sind groß, glänzen und erfüllen uns jeden Wunsch. Der Kaffee-Vollautomat, er hat seinen Preis.

Mal ehrlich, wer hat insgeheim bei der Zubereitung eines Grande Caffe Vanilla Frappuccino Light mit laktosefreier Milch oder der neuesten Kapselkollektion die Preise noch nicht mit einer Packung Bohnen und einer Filterkaffee-Tüte verglichen?
Handmade Filterkaffee ist nicht nur sanft zum Geldbeutel, sondern kann auch viel mehr, als durch zuviel Milch, Sahne und Sirup bis zur Unkenntlichkeit gestreckt zu werden. Er schmeckt nach Kaffee. Somit Daumen hoch für unser Comeback-Getränk und den Kaffeefilter.

Das Aroma des Filterkaffees kommt tröpfchenweise

Der neueste Kaffee-Trend bzw. das Kaffee-Comeback heißt “drip brew”, auf deutsch: “Tröpfchen brühen” bzw. Filter-Kaffee.

Wer dabei allerdings an die gute alte Kaffeemaschine denkt, die einen morgens mit ihrem Röcheln und Gurgeln begrüßt, bevor einem das Kaffee-Aroma in die Nase duftet, der liegt falsch. Heute verwenden Coffee Shops bei der Zubereitung des handgefilterten Wachmachers sogenannte Drip Bars. Das sind Haltevorrichtungen, in denen mehrere Kaffeefilter nebeneinander begossen werden und man während des Brühens sogar den Füllstand der Kaffeetasse beobachten kann. Tröpfchen für Tröpfchen.

In New York zelebriert man das Kochen und Servieren des Filterkaffees bzw. Drip-Coffees mittlerweile ausgiebiger als das Dekantieren von Wein, und auch bei uns sind die ersten Cafés auf den Trend rund um den Kaffeefilter aufgesprungen.

Gut Ding will Weile haben

Dass der perfekte Filterkaffee nicht innerhalb weniger Sekunden zubereitet ist, das wussten schon die frühen deutschen Kaffee-Fans.

Zitat Immanuel Kant: “Gott sei’s gedankt, in der nächsten Welt wird es keinen Kaffee geben. Denn es gibt nichts Schlimmeres, als auf Kaffee zu warten, wenn er noch nicht da ist.”

Und Ludwig van Beethoven hatte gar ein eigenes Rezept für sein Lieblingsgetränk: 60 Kaffeebohnen pro Tasse musste sein Dienstmädchen jedes Mal abzählen, nicht eine mehr oder weniger.

Apropos Geschichte: Wer hat noch mal den Kaffeefilter erfunden?

Erfinderin des Kaffeefilters

Credit: www.melitta.de

Die Dresdnerin Melitta Bentz war quasi von Geburt an mit Papier verbunden. Was tut nun die Tochter eines Buchhändlers, um Kaffeesatz im fertigen Kaffee zu vermeiden? Sie experimentiert bei der Zubereitung mit Löschblättern! Diese hatte die damals 35-jährige Hausfrau und Mutter aus den Schulheften der Kinder immer zur Hand. Das Besondere war, dass Melitta das Löschpapier in einen Messingtopf legte, dessen Boden sie mit Nägeln durchlöchert hatte; so wurde aus einem “Schul”-Experiment 1908 der “Urfilter“ geboren. Wenig verwunderlich stieß die Zubereitung von kaffeesatzfreier Brühe in ihrem Freundeskreis auf allgemeine Begeisterung, weshalb sich Melitta entschloss, ihre Idee für den modernen Kaffeefilter zu vermarkten. Der Rest ist Geschichte.

Die Chemie muss stimmen

Klassische Zubereitung des Filterkaffees im Glaskolben

Credit: www.coffeecircle.com

Natürlich kann man immer noch einen drauf – oder in diesem Falle drunter – setzen.
Das höchste der Gefühle bei der Kaffee-Zubereitung dürfte wohl eine “Chemex” sein; ein Glaskolben, in dem der Kaffee gefiltert wird. 1939 von Peter Schlumbohn, einem emigrierten deutschen (noch Fragen?) Ingenieur entwickelt. Den Designklassiker kann man heute auch im New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) bestaunen. Dieser exzentrische Kaffeefilter wird in unserer Zeit wohler eher kein Comeback erleben.

Mal gucken, was Kaffeefreaks so treiben? Dann klickt euch hier durch die Bildergalerie.

So holt ihr euch das Comeback-Getränk brühwarm nach Hause!

Ob Hardcore-Kaffee-Fan oder nicht, um mitreden zu können, solltet ihr die “drip brew” Filterkaffee-Methode auf jeden Fall probieren.

So geht die Zubereitung:

Und das braucht ihr, um den perfekten Filterkaffee selbst zuzubereiten:

Einen Handfilter aus Keramik, eine Handmühlezusammen für nicht mehr als 60 Euro. Dazu ein frisch gerösteter Kaffee, 5 Minuten eurer Zeit, Besinnlichkeit beim Aufbrühen des favorite Heißgetränks und der Genuss ist tatatataaaa da.

Doch nicht nur der Filter-Kaffee feiert sein Comeback, auch Sammel-Tassen erleben ihr Revival. Mehr dazu findest in unserer Kategorie “Schöne Dinge“.

Viel Spaß beim Zu- und Freude Bereiten!

3 Kommentare

  • Kaffee Kapseln

    Ab und zu trinke ich auch noch einen Filterkaffee, aber in den meisten Fällen benutze ich meine Kaffee Kapsel Maschine. Ich bin damit sehr zufrieden, vor allem weil es wesentlich schneller geht und weniger Arbeit macht.

  • Khoa Nguyen

    Ich bin kürzlich wieder in den Genuss dieser Filterkaffeegeräte gekommen. Das sind die diese kleinen Eisentöpfe mit Filter, die man mit Wasser füllen muss und sie erhitzt. Der Kaffee schmeckt wahrlich besser als Kaffeepulver und versprüht sein feines Aroma.

  • schini

    Filterkaffe kochen ist ein rundum sinnliches Erlebnis das zelebriert werden kann: Von der Auswahl des Kaffes, des Malgrads, des Filters (unbedingt Porzellan), der Qualität des Wassers (enthärtetes Wasser bringt die Kaffearomen zur Geltung) über den Filter (aus Porzellan mit Papiereinlage), das Gefäß (das optimaler Weise warm halten sollte und niemals mit Spülmittel behandelt werden darf) über die Tasse (Bol oder klassisches Kaffe-Täschen) bis hin zum richtigen Zeitpunkt des Genusses.

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